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Neuer Waldflächenschwerpunkt der Schweiz

Waldmittelschwerpunkt

Die Gemeinde Sachseln gehört zu den ganz wichtigen zentralen Orten in der Schweiz: seit 1815 befindet sich der geografische Mittelpunkt der Schweiz unverändert auf ihrem Gemeindegebiet. Nun kommt ein weiterer Mittelpunkt hinzu: der Waldflächenschwerpunkt der Schweiz.

Wie kommt man zu diesem Punkt? Das Landesforstinventar berechnet jeweils nach Abschluss der Datenaufnahmen eines Inventurzyklus’ den Schwerpunkt des Schweizer Waldes. Und der ist im Gegensatz zum geografischen Mittelpunkt der Schweiz sehr mobil:

Waldmittelschwerpunkt

1988 - also nach dem 1. LFI - lag er noch auf Giswiler Boden an der NW-Flanke des Rudenzerberges. Bis zum Abschluss des 2. LFI ist er ganze 1280m nach SE gewandert ins Kleine Melchtal, in die Nähe des Wendbachgrabens. Er hat dann seine Wanderung in gleicher Richtung fortgesetzt - um ca 30cm pro Tag - und befindet sich nun nach dem 3. LFI im August 2007 auf Alp Hinter Rufi. Im Verlauf von 19 Jahren hat er also 2372m zurückgelegt. Wenn er diese Geschwindigkeit und den Kurs Richtung Balkan beibehält, wird der Waldflächenschwerpunkt in etwa 780 Jahren das Hoheitsgebiet der Schweiz verlassen und in die EU abwandern.

Waldmittelschwerpunkt

Aber zurück zum heutigen Waldflächenschwerpunkt: am 23. August 2007 vergrub eine Delegation bestehend aus der Projektleitung LFI zusammen mit der Forschungseinheit Landressourcen-Beurteilung der WSL und dem Obwaldner Kantonsoberförster Peter Lienert in Anwesenheit der Grundeigentümerin Korporation Sachseln genau am Waldflächenschwerpunkt einen verschlossenen Behälter mit 2 Urkunden, der neuen Urkunde und der Urkunde der Erstaufnahme. Folgender Text ist darin festgehalten:

Waldmittelschwerpunkt

„Sollte die Urkunde durch waldschädigende Flächenereignisse (Rutschung, Erosion, usw.) vorzeitig ans Tageslicht kommen, wird der Finder oder die Finderin höflich gebeten, diese an den angegebenen Koordinaten wieder einzugraben. Wenn sich nach Ablauf von zehn Jahren der Waldflächenschwerpunkt erneut verschoben haben sollte, wird die jetzige Projektleitung dafür sorgen, dass die alten Urkunden wiederum in Anwesenheit der dannzumaligen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen am alten Ort aus – und am neuen Ort zusammen mit einer neuen Urkunde wieder eingegraben werden.“

Für die nächsten zehn Jahre allerdings verbleiben die Urkunden auf Alp Hinter Rufi.

Text: Markus Keller, Fotos: Simon Speich

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letzte Änderungen: 17.10.2017